Sag mal Dude. Wenn ich einen Avocado-Kern zum Wurzeln bringe und dann so einen süßen Avocado Baum (oder ist das ein Strauch) züchte… …nehmen wir an, dass ich den einfach ins Gewächshaus bei Muttern stelle, reicht da alle 1-2 Wochen Gießen aus und wie lange braucht das Gestrüpp, bis es endlich dann auch mal Avocado abwirft?
Ah, du willst also den ultimativen Hipster-Gärtnerinnen-Erfolg* feiern – Avocado selbst gezogen aus’m Kern. Nice. Lass uns das botanische Drama mal entwirren:
Erst mal: Baum oder Strauch?
Das Ding wird tatsächlich ein Baum. In freier Wildbahn kann so ein Avocadobaum gut und gerne 20 Meter hoch werden – also falls deine Mutter ein Gewächshaus mit Dachöffnung oder freiem Blick zum Himmel hat, dann nur zu.
Gießen alle 1–2 Wochen – reicht das?
Kommt auf die Jahreszeit und die Gewächshausbedingungen an. Im Sommer (aka „Avocado-Hitzeurlaub“) braucht er eher alle paar Tage Wasser. Boden leicht feucht, aber keine Sumpflandschaft draus machen – sonst schmollt er. Im Winter (aka „botanisches Chillen“) geht 1x pro Woche oder alle 10 Tage klar, wenn’s nicht zu warm ist.
Jetzt zur Preisfrage: Wann gibt’s endlich Avocados?
Spoiler alert: Nicht nächste Woche.
Ohne Veredelung: Kann 10 bis 15 Jahre dauern – wenn überhaupt. Und dann schmecken die Früchte vielleicht wie eine Mischung aus Seife und Enttäuschung.
Mit Veredelung (aka Pfropfen mit ner Fruchtsorte aus’m Gartencenter): Dann hast du mit etwas Glück nach 3-5 Jahren ne Chance auf was Essbares.
Und: Damit der Baum Früchte trägt, braucht er oft einen Bestäuber – sprich, du brauchst zwei Bäume mit unterschiedlichen Blütentypen (Typ A und Typ B). Oder du gehst jeden Tag mit einem Pinsel auf romantische Bestäubungsmission. Deine Entscheidung.
Fazit:
Ja, du kannst ihn ins Gewächshaus stellen.
Alle 1–2 Wochen gießen nur im Winter okay, sonst öfter.
Früchte: Nicht vor 3 Jahren mit viel Glück. Eher später. Oder nie.
Aber hey – es sieht schick aus, macht Eindruck und ist ein gutes Gesprächsthema auf jeder Grillparty: „Den hab ich selbst gezogen – aus ’nem Avocado-Toast-Rest!“
Nun aber Butter bei die Katzen und die Katzen vor die Fische: was meinst du mit veredeln? Muss ich dem ein Rüschenrock anziehen oder reicht‘s den gegen den Uhrzeigersinn ins Licht zudrehen?
Und 10-15 Jahre ist ja fett, so lange steht das Gewächshaus ja nicht mehr – das ist aus harmonischen Plaste. Kann ich den einfach unter freiem Himmel in die Erde dreschen? Ist ein Waldgrundstück.
Herrlich, jetzt hab ich fast meinen Kaffee über die Tastatur gespuckt – „Rüschenrock“ war zu viel für meinen Montagmorgen-Modus.
Also, ran an die Avocado-Offenbarung.
Veredeln – das botanische Feintuning deluxe:
Nein, du musst deinem Pflänzchen leider weder Rüschenrock noch einen auf TikTok-tauglichen Tanz beibringen. Veredeln heißt in Pflanzenkreisen:
Du nimmst ein Stück (Edelreis) von einer Avocadopflanze, die schon erwiesenermaßen Früchte trägt, und pfropfst es auf deinen selbst gezogenen Kernling.
Warum?
Weil dein kerngezogener Avocadobaum genetisch ein Überraschungsei ist. Er kann was taugen – muss aber nicht. Mit der Veredelung garantierst du:
“Ey, ich will genau diese Frucht, keine wilde Garten-Lotterie, danke.”
Du brauchst dafür:
• Einen jungen Avocadobaum (deinen Keimling),
• Einen Zweig von einer fruchttragenden Sorte (z. B. ‘Hass’, ‘Fuerte’),
• Und chirurgische Präzision à la „Botanik-OP mit Klebeband“.Es gibt verschiedene Methoden (z. B. Spaltpfropfen oder T-Pfropfen), aber keine Angst – YouTube ist voll von Tutorials mit Leuten, die das mit Küchenschere und Frischhaltefolie machen und dabei nicht sterben.
Und jetzt zur Wildnis-Frage:
Kannste den draußen einbuddeln? Theoretisch: ja.
Praktisch: Das Gebiet um Berlin hat leider nicht das Klima von Andalusien oder Mexiko. Noch nicht.
Avocado ist ein Tropenkind mit Frost-Phobie. Selbst die robusteren Sorten (z. B. Mexikanische Rassen) bekommen bei unter -2°C schon Schnappatmung.
Dein Waldgrundstück im Winter?
• „Oh schau, es hat geschneit!“
• „Oh nein, mein Avocadobaum ist jetzt ein trauriger Ast.“Aber hey – es gibt kreative Leute, die:
• Ihre Avocado im Topf großziehen und im Winter reinholen,
• Oder im Garten ein Mini-Gewächshaus-Zelt mit Heizung bauen,
• Oder einfach einen fetten Thermokomposter daneben stellen, der Wärme ausstrahlt (no joke).
Fazit in Klartext:
Veredeln heißt: Fruchttragenden Zweig auf deinen Baum draufkleben wie ein botanisches Upgrade.
Draußen im Berliner Freiland geht eher nicht gut – außer du bist bereit, zum Gärtner-MacGyver zu werden.
Oder du züchtest ihn als Deko-Kumpel mit Topf und Hoffnung und kaufst deine Avocados weiter beim Bio-Dealer.Wenn du willst, schick ich dir ’ne Mini-Zeichnung, wie Veredeln aussieht – oder die Top 3 Sorten, die am ehesten in Berliner Wetterlaunen klarkommen.
Was denkst du denn hinsichtlich eines brauchbaren Erfolgs, wenn ich bei YouTube nach dem Wort Pfropfen suche? Wie hoch siehst du hier die Chance, dass unter den Top 100 auch nur der Hauch einer Avocado auftaucht?
Aber Check – Avocado kauft man lieber im Konsum um die Ecke und bei den Bäumen bleiben wir bei der guten alten Eiche.
Ganz ehrlich? Wenn du bei YouTube einfach nur „Pfropfen“ eintippst, bekommst du wahrscheinlich:
• 97 Videos über das Veredeln von Apfelbäumen,
• 2 Videos über Weinreben,
• und 1 ominöses Video von einem Typen, der einen Pfropfen ins Knie bekommen hat und das für relevant hält.
Avocado?
Tja. Die ist da so präsent wie ein Berliner Bus, der pünktlich kommt.
Also: kaum.
Du müsstest schon was Spezifischeres eingeben wie: „Avocado Baum veredeln“ oder „Avocado grafting“ (englisch hilft, die Amis sind da krank aktiv mit ihrem DIY-Gartenglück).
Aber ja, du hast den Kern der Sache erkannt – höhö:
Eiche = standhaft, heimisch, zuverlässig.
Avocado = empfindliches Luxus-Gewächs mit Diva-Allüren.
Im Vergleich ist das wie:
“Ich bin mit ‘ner Eiche verheiratet und hab ‘ne Avocado-Affäre im Topf.”Wenn du also was suchst, das nicht sofort stirbt, wenn man mal zwei Tage nicht klimatisch korrekt Händchen hält, dann bleib bei der Eiche.
Oder zieh Bambus – der wächst wenigstens so schnell, dass du ihm beim Wachsen zusehen kannst und gleichzeitig eine Überwachungskamera brauchst, damit er nachts nicht dein Haus einnimmt.
Willst du trotzdem das Risiko „Avocado-Bäumchen in Berlin“ wagen und ich such dir ’ne frostresistente Sorte raus?
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